Speyer 2026: Steuerung öffentlicher Unternehmen zwischen Anspruch, Verantwortung und Umsetzung

Autor: Team Marketing

Die Speyerer Tagung zu Public Corporate Governance gehört seit Jahren zu den wichtigsten Austauschformaten rund um Leitung, Steuerung und Aufsicht öffentlicher Unternehmen. Auch bei der 13. Auflage an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer zeigte sich erneut: Die Themen sind nicht neu – aber die Rahmenbedingungen werden spürbar anspruchsvoller.

Die Saxess AG war mit ihrem Vorstand Daniel Hübner an beiden Tagen vor Ort vertreten und begleitete die Tagung sowohl fachlich als auch im persönlichen Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Kommunen, öffentlichen Unternehmen und dem Beratungsumfeld.

Der Veranstaltungsort selbst trägt dabei einen wesentlichen Teil zum Gelingen bei: Der Campus ermöglicht kurze Wege, konzentriertes Arbeiten und Gespräche ohne Brüche. Die Unterbringung im Gästehaus auf dem Gelände – schlicht, großzügig und fußläufig zum Tagungsort – unterstützt genau diesen Rahmen. Kein Luxus, aber super funktional.

Gute Politik und die Rolle öffentlicher Unternehmen

Den inhaltlichen Auftakt setzte der Eröffnungsvortrag von Dr. Peter Kurz, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim a. D., unter dem Titel
„Gute Politik – und die Rolle öffentlicher Unternehmen“.

Seine zentrale Perspektive: Öffentliche Unternehmen sind keine reinen Umsetzungsinstrumente. Sie agieren im Spannungsfeld von politischem Auftrag, wirtschaftlichen Anforderungen und gesellschaftlicher Verantwortung – mit eigenen Handlungsspielräumen und Zielkonflikten.

Diese Sichtweise zog sich als roter Faden durch die Tagung und findet sich auch in Kurz’ Buch „Gute Politik: Was wir dafür brauchen“ wieder.

Im anschließenden Panel zum Beitrag moderner Rechnungshöfe wurde ein struktureller Wandel deutlich: weg von reiner Kontrolle, hin zu einer stärker wirkungsorientierten Steuerung. Ein Begriff fiel dabei häufiger: Ergebnisverbesserungspotenzial – nicht als Schlagwort, sondern als Ausdruck eines veränderten Verständnisses von Governance.

Resilienz, Risiken und Finanzierung

Der zweite Tag setzte Schwerpunkte bei Nachhaltigkeitsberichterstattung, Resilienz und Finanzierung im öffentlichen Konzern.

Im Panel zu Resilienz und Risikomanagement fiel ein prägnanter Fragesatz:

“Was ist Ihr Risk of Investment?“.

Prof. Dr. Klaus‑Michael Ahrend, Vorstand der HEAG Holding AG

Der Begriff blieb im Kopf, entwickelte sich aber bewusst nicht zum Leitmotiv – sinnbildlich für den insgesamt nüchternen Umgang mit komplexen Fragestellungen.

Auch die Diskussionen zur Finanzierung öffentlicher Konzerne zeigten klar: Steuerung bewegt sich zunehmend in einem Spannungsfeld aus Wirtschaftlichkeit, politischem Rahmen und Verantwortung.

KI und Public Corporate Governance: ein Henne‑Ei‑Problem?

Ein Thema zog sich durch mehrere Programmpunkte, ohne explizit im Vordergrund zu stehen: KI im Beteiligungsmanagement. Dabei stellt sich eine grundlegende Frage:
Folgt KI den Prinzipien guter Public Corporate Governance – oder beginnt sich die Governance an die Möglichkeiten von KI anzupassen?

Was bleibt, lässt sich klar zusammenfassen:

  • KI bietet großes Potenzial für bessere Entscheidungsgrundlagen.

  • Sie ist jedoch kein Ersatz für Verantwortung und professionelle Urteilskraft.

Für Public Corporate Governance Kodex (PCGK) bedeutet das: KI muss sich in bestehende Steuerungs‑ und Verantwortungsstrukturen einfügen – nicht umgekehrt. Ziel ist nicht weniger Komplexität, sondern ein souveränerer Umgang mit ihr.

Austausch und Gespräche

Neben dem Programm war der persönliche Austausch ein zentraler Bestandteil der Tagung. Daniel Hübner führte Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadt Augsburg, der Stadt München sowie des HEAG‑Stadtkonzerns Darmstadt, ebenso mit Ansprechpartnern aus Wiesbaden, Stuttgart und Frankfurt.

Besonders der Austausch mit Herrn Schneider aus Frankfurt wurde als sehr bereichernd wahrgenommen. Darüber hinaus fand ein reger Austausch mit weiteren Dienstleistern statt, beispielsweise aus dem Beratungsbereich wie Baker Tilly, sowie ein sachliches, kurzes Gespräch mit Marktbegleitern. Ohne große Bühne, dafür mit klarem Fokus auf Inhalte und Praxis: Gespräche auf Augenhöhe, die zeigen, wie sehr sich der Markt insgesamt weiterentwickelt.

Das begleitende Rahmenprogramm mit Weinprobe und Get‑together förderte zusätzlich die Vernetzung und erleichterte es, neue Kontakte zu knüpfen.

Unser Fazit

Die Speyerer Tagung 2026 zeigte einmal mehr: Public Corporate Governance ist kein statisches Modell, sondern ein fortlaufender Prozess. Viele Fragestellungen sind bekannt – neu ist jedoch die Offenheit, mit der Zielkonflikte, Risiken und Grenzen der Steuerbarkeit diskutiert werden.

Drei Erkenntnisse stechen besonders hervor:

  • Haltung und Verantwortung gewinnen weiter an Bedeutung.

  • Risikomanagement wird Teil strategischer Steuerung.

  • Der persönliche Austausch bleibt unverzichtbar.

Speyer liefert keine einfachen Antworten. Aber es schafft einen Raum, in dem die richtigen Fragen gestellt werden – und genau darin liegt der Wert dieser Tagung.

Ihr Ansprechpartner für Fragen zu unseren Produkten und Services

Daniel Hübner

Vorstand

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